Brauchen Männer Lachtraining? Nur wenn sie sich verändern wollen
Cornelia Leisch
Männer, die weinen, und Männer, die lachen. Für beides braucht es Mut.
Ich hab kürzlich einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung gelesen. Der Titel: Heult doch, Jungs. Männergruppen in Berlin, die sich regelmäßig zum gemeinsamen Weinen treffen. Angeleitet wird von einem Therapeuten, der sie einlädt, über ihre Gefühle zu sprechen.
Ich hab den Artikel weggelegt und gedacht: Na endlich. Endlich kommt da was in Gang.
Ähnliches erlebe ich in meinen Seminaren immer wieder. Männer, die Zugang zu ihren Gefühlen finden wollen. Die offener werden möchten, lockerer, freier. Nur kommen wir bei mir von der anderen Seite. Wir sprechen nicht über Gefühle – wir kommen ins Fühlen. Durch Bewegung, durch Atem, durch Übungen. Das ist ein Unterschied, der fühlbar ist.
„Sind denn alle freiwillig hier?"
Wenn Pärchen zu mir ins Seminar kommen, ist das meine erste Frage zu Beginn. Mit einem freundlichen Lächeln in die Runde – und dann sehe ich, wie sehr wissende Blicke zwischen den Pärchen ausgetauscht werden. Da fühlt sich manchmal jemand ertappt.
Sie hat es geschafft, er ist mitgekommen. Aber eher ihr zuliebe, als aus eigenem Antrieb. Vermeintlich ist er bereit – aber mit großem inneren Widerstand. Das macht es schwer für ihn.
Was dann passiert, berührt mich jedes Mal: Dass ich die Situation erkenne und so allgemein harmlos anspreche, ist für viele Männer eine echte Erleichterung. Er muss seine Skepsis nicht mehr verstecken. Aber das erste Schmunzeln zeigt sich. Und das ist oft der Moment, in dem eine erste Verbindung zwischen uns entsteht.
Ein Indianer kennt keinen Schmerz
Diesen Satz haben die meisten Männer irgendwann gehört, meist als sie noch klein waren. Stark sein, keine Schwäche zeigen, bloß nicht zeigen, was einen bewegt. Das hat sich eingegraben – tief und früh.
Doch die Gefühle verschwinden nicht einfach. Sie kommen nur immer seltener raus. Und wenn Männer dann mal lockerer oder mutiger werden wollen, greifen sie oft zu Alkohol oder mehr. Das wird leider in unserer Gesellschaft als völlig normal angesehen. Manche landen dadurch in einem Teufelskreis. Andere kommen einfach zu mir.
Das Schöne am Lachtraining, es ist so bodenständig: Ich muss nicht therapeutisch arbeiten. Alles passiert über den Körper. Kein Erklären, kein Analysieren – bewegen, atmen, lachen. Und dann passiert etwas, womit die meisten nicht gerechnet haben.
Lachen und Weinen – zwei Wege zu den Gefühlen
Physiologisch sind die beiden gar nicht so weit voneinander entfernt. Beides aktiviert das Zwerchfell, beides setzt Endorphine frei, beides beruhigt das Nervensystem. Gemeinsam haben beide auch noch: den Moment, in dem man einfach loslässt.
Loslassen klingt einfach. Ist es aber für viele Männer nicht. Wer jahrelang gelernt hat, sich zusammenzureißen, weiß oft gar nicht mehr, wie es sich anfühlt, den Schutzpanzer fallen zu lassen. Verletzlich sein fühlt sich gefährlich an. Man muss erst wieder spüren, dass es geht – und dass dabei nichts passiert.
Vielleicht ist Lachen der einfachere Einstieg. Es ist auch schambesetzt, aber weniger mit Schwäche verknüpft als das Weinen, weniger bedrohlich. Im Training hilft das Lachen, dass der Kopf frei wird. Negative oder kritische Gedanken verschwinden mehr und mehr. Im Idealfall landet man in einem Zustand der Präsenz. Das ist körperliche und geistige Leichtigkeit verbunden mit dem Gefühl der Lebendigkeit, und innere Zufriedenheit.
Warum ich einen Workshop nur für Männer mache
Gemischte Gruppen funktionieren gut – aber für Männer, die noch nie etwas in der Richtung Selbsterfahrung oder Persönlichkeitsentwicklung gemacht haben, ist die Hemmschwelle noch einmal größer. Ein Raum nur für Männer fühlt sich anders an. Sicherer unter Seinesgleichen und weniger beobachtet. Wenn man nicht aufpassen muss, wie man wirkt, kann man anfangen zu spüren, wie man ist.
Deswegen gibt es jetzt das hier:
Lachtraining für Männer
Sonntag, 12. Juli 2026 | 9:30 – 12:00 Uhr Einführungspreis: 49 €
Wer Lust hat, kann den Morgen direkt mit dem Kompaktkurs am Nachmittag kombinieren – für zusammen nur 99 €.
Wir tasten uns langsam vor. Niemand muss hier über sich hinauswachsen oder Gefühle benennen. Es geht darum, etwas zu erleben – und dann zu schauen, was das mit einem macht.
Alle Infos und die Anmeldung findest du auf meiner Website. [→ Zur Anmeldung]